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Coachingbrief "Gewaltfrei leben"
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Coachingbrief "Gewaltfrei leben"
Impulse zur Umsetzung der „Gewaltfreien Kommunikation“ im Alltag
Ausgabe 218 vom 23.11.2011
Thema: „Nein“ hören können
Zitat: „Ein ´Nein´ auf eine Bitte, ist ein ´Ja´ zu anderen Bedürfnissen. (Aus unserer GfK-Sammlung)
Beispiel: Mathilde bittet kurz vor Ladenschluss ihren Sohn Lukas, sie zum Einkaufen zu begleiten. Er feiert morgen seinen 16. Geburtstag und es sind einige Getränkekisten zu tragen. Lukas sitzt an seinem Schreibtisch und antwortet auf ihre Bitte: „Nein, geht jetzt nicht.“ Mathilde ruft zurück: "He, Du Faulpelz - es ist Dein Geburtstag für den ich die Kisten schleppe! Los, hilf mir!"
Information: Auch auf Bitten, auf die wir „selbstverständlich“ ein „Ja“ erwarten, hören wir gelegentlich ein „Nein“. Besonders dann, wenn wir meinen auf die Unterstützung der Personen angewiesen zu sein, für die wir gerade etwas tun, neigen wir dazu, auf die Ablehnung mit Kritik und Vorwurf zu reagieren. Das vergrößert in den meisten Fällen jedoch nicht den Wunsch des Anderen uns zu unterstützen. Eher wird er in einer Art reagieren, von der wir gelernt haben, sie als "Trotz" zu interpretieren. Es ist dann eine Herausforderung offen zu bleiben und mit neugieriger, wertschätzender Haltung zu erfragen, welches eigene Bedürfnis derjenige, von dem wir Unterstützung möchten, durch das „Nein“ schützt.
Aufgabe: Heißen Sie jedes unerwartete „Nein“ willkommen und sehen Sie es als noch auszupackendes Geschenk in einer Verpackung, die Ihnen nicht zusagt. Versuchen Sie die gegenwärtigen Bedürfnisse des Anderen zu entdecken. Nur die stehen einem "Ja." im Weg.
Wir wünschen Ihnen eine gewaltfreie Woche,
herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke
P.S.: Zum „Sofort-Üben“: Für welches eigene Bedürfnis setzt sich Lukas mit seinem „Nein“ auf Mathildes Bitte ein? Wie könnte Mathilde darauf reagieren? (Unser Vorschlag steht am Ende der Mail.)
Nächstes Wochenthema: Ungewolltes Feedback annehmen
Aktuelles I: Anja Palitza wandert. Und möchte dabei zum Wandel beitragen. Auf der Website www.mit-einander-wandeln.de können Sie mehr über ihre 3-monatige Wanderung im Sommer 2012 entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Bayern bis zur Ostsee erfahren. Und Sie können dort lesen, wie Sie bei dieser Aktion mitmachen können.
Aktuelles II: Das Einführungsseminar im Dezember findet im Kloster Bursfelde bei Kassel statt.
Nächste Termine: www.ab-ins-kloster.de
Unser Vorschlag: Lukas konzentriert sich vielleicht auf eine Aufgabe und braucht gerade Ruhe, um sie fertig zu stellen. Mathilde könnte fragen: „Was hält Dich gerade davon ab, mir beim Tragen Deiner Getränkekisten zu helfen?“ Und das in der Haltung von Neugier und Interesse. Das bereitet den Boden für die nächste Frage: "Lukas, mir ist Deine Hilfe wichtig. Wann kannst Du Deine Tätigkeit unterbrechen?"
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